Über den folgenden Text
Dieser Text ist als konzeptioneller Beitrag zu verstehen. Er beschreibt Zusammenhänge und Entwicklungsrichtungen im Bewegungsapparat des Pferdes und soll eine gedankliche Orientierung bieten, um unterschiedliche Beobachtungen und Befunde in einen größeren Bezugsrahmen einzuordnen.
Der vorliegende Text basiert auf einem wissenschaftlichen Paper, das ein neues theoretisches Konzept einführt, und wurde für diese Fassung nicht nur aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, sondern zusätzlich sprachlich etwas vereinfacht. Ziel ist es, die inhaltlichen Zusammenhänge möglichst klar und zugänglich darzustellen, ohne die fachliche Aussage zu verändern oder zu verkürzen. Der Originaltext ist als peer-reviewtes Paper bei Frontiers in Veterinary Science veröffentlicht und an mehreren Stellen in der Übersetzung verlinkt, um einen Vergleich zu ermöglichen.
https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2026.1767386/full
Die Arbeit verfolgt einen systemischen Blick auf längerfristige Veränderungen von Struktur und Funktion. Zentrale Begriffe werden im Verlauf schrittweise eingeführt und in unterschiedlichen Zusammenhängen wieder aufgegriffen. Es ist nicht erforderlich, alle Details beim ersten Lesen vollständig zu erfassen.
Es lohnt sich, parallel den Originaltext und die Originalbilder anzuschauen und vor allem die Fallberichte mit den zahlreichen Bildern im Anhang des Originals.
Hilfreich, um ein Gesamtbild vom Inhalt zu bekommen, ist das kurze Kindervideo. Dort habe ich alle Inhalte so weit wie möglich heruntergebrochen und den Fokus darauf gerichtet, wie sich das Pferd jeweils mit PSFplus und PSFminus fühlt.
Wir möchten unser Konzept so verständlich wie möglich präsentieren und so die neuen Begriffe und ihre Abkürzungen mit Leben füllen. Der Text richtet sich an Leser:innen, die sich für dieses neue Konzept interessieren und bereit sind, bekannte Phänomene aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Das Kindervideo
Das folgende Video überträgt das peer-reviewte Paper "Progressive structural and functional change in horses - a conceptual framework for systemic equine (patho-)physiology" in ein für Kinder verständliches Format in deutscher Sprache:
Zusammenfassung
Eine Vielzahl von Bewegungs-, Haltungs- und Verhaltensauffälligkeiten beim Pferd – häufig zusammengefasst unter Begriffen wie Topline-Syndrom, myofasziale Dysfunktion oder Poor Posture Syndrome – weist trotz ihrer weiten Verbreitung keine schlüssige systemische Erklärung auf. Diese Erscheinungen gehen häufig mit verminderter Leistungsfähigkeit, Stabilität und Belastbarkeit einher, werden jedoch meist isoliert und symptomorientiert behandelt.
Um diese konzeptionelle Lücke zu schließen, schlagen wir mit Progressive Structural and Functional Change (PSF) ein systemisches Modell vor. Es beschreibt fortschreitende Reorganisationsprozesse im Pferdekörper, die bislang getrennt betrachtete pathologische Bereiche zu einem zusammenhängenden Muster struktureller und funktioneller (Dys-)Regulation verbinden.
Das PSF-Modell umfasst zwei Entwicklungsrichtungen: den progressiven Struktur- und Funktionsverlust (PSFminus), der durch eine sich selbst verstärkende, ungünstige Reorganisation von Bewegungsmustern gekennzeichnet ist, sowie den progressiven Struktur- und Funktionsgewinn (PSFplus), der einen sich stabilisierenden Prozess physiologischer Erholung und verbesserter funktioneller Organisation beschreibt.
Als zentralen Mechanismus von PSFminus beschreiben wir die funktionelle Inversion. Sie bezeichnet eine systemische Umkehr der physiologischen Kraftrichtungen und der Organisation der Kraftübertragung. Charakteristisch sind dabei unter anderem ein dauerhaft geöffnetes Lumbosakralgelenk, Veränderungen in der zeitlichen Abstimmung der Stützphase sowie gegenläufige Umbauprozesse der Hufe von Vorder- und Hintergliedmaßen. Diese miteinander verknüpften Veränderungen können die Grundlage für eine Vielzahl sekundärer Symptome und Erkrankungen bilden.
Der vorliegende Hypothesis-and-Theory-Artikel stellt ein konzeptionelles Modell vor, das aus praxisnahen Beobachtungen im Training und in der Rehabilitation von Pferden hervorgegangen ist. Es basiert auf langjährigen Feldbeobachtungen sowie auf zehn retrospektiv dokumentierten Fallbeispielen, die über mehrere Jahre begleitet wurden. Die Fälle unterscheiden sich in Rasse, Alter und Ausbildungsstand und dienen als illustrative Beispiele wiederkehrender funktioneller Muster, nicht als kontrollierte Stichprobe.
Unsere Beobachtungen legen nahe, dass die Wiederherstellung einer physiologischen Funktion des Lumbosakralgelenks, die Ermöglichung eines vom Pferd ausgehenden aktiven horizontalen Zuges zum Gebiss sowie ein angepasstes Hufmanagement den Übergang in Richtung PSFplus unterstützen können. Nicht aufgelöste lokale Pathologien können diese systemische Reorganisation hingegen begrenzen.
Das PSF-Modell verbindet bislang unverbundene klinische Befunde zu einem klar definierten systemischen Prozess, identifiziert beobachtbare und messbare Kriterien und kann dazu beitragen, therapeutische und rehabilitative Maßnahmen gezielter zu priorisieren. Es formuliert überprüfbare Hypothesen, die sowohl über praxisnahe Beobachtungskriterien als auch über biomechanische Messverfahren untersucht werden können. Damit ermöglicht es sowohl eine Anwendung in der Praxis als auch eine wissenschaftliche Weiterentwicklung.
Ziel des Modells ist es, einen Beitrag zu einer präventiv ausgerichteten, am funktionellen Aufbau orientierten tierärztlichen Diagnostik, Therapie und Rehabilitation zu leisten.
Einleitung
Bei Pferden sind weit verbreitet ähnliche Probleme zu beobachten. Dazu gehören nachlassende Leistungsfähigkeit, fehlende Stabilität, frühzeitiger Verschleiß sowie unerwünschte Veränderungen in Bewegung und Körperhaltung. Trainer:innen, Therapeut:innen und Pferdehalter:innen beschreiben diese Auffälligkeiten unterschiedlich. Je nach Erfahrung und Fachgebiet werden andere Begriffe verwendet, die jedoch oft unklar und nicht einheitlich sind.
Obwohl diese Probleme sehr häufig auftreten, fehlt bis heute ein klarer Rahmen, der erklärt, wie sie mit dem Aufbau und der Funktionsweise des Pferdekörpers zusammenhängen. In der Praxis werden deshalb meist einzelne Symptome behandelt, ohne das gesamte Geschehen zu berücksichtigen.
Hier setzt der vorgestellte Bezugsrahmen an. Er soll helfen, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden und eine gemeinsame, verständliche Sprache zu schaffen. Ziel ist es, Struktur und Funktion im Pferdekörper als zusammenhängendes System zu betrachten. Dieses System kann sich selbst organisieren und an Belastungen anpassen. Die in dieser Arbeit beschriebenen Zusammenhänge sollen dabei helfen, Beobachtungen besser einzuordnen und über Fachgrenzen hinweg verständlich zu machen.
Deshalb führen wir hier den Begriff des Progressiven Struktur- und Funktionswandels (PSF) ein. Damit ist ein übergeordneter Prozess gemeint, der die Entwicklung des Bewegungsapparats von Pferden beschreibt. Dieser Prozess kann in zwei unterschiedliche Richtungen gehen. In ungünstigen Fällen kommt es zu einem Progressiven Struktur- und Funktionsverlust (PSFminus). Dabei verstärken sich ungünstige Bewegungs- und Belastungsmuster, und die körperlichen Fähigkeiten nehmen immer weiter ab. Unter anderen Bedingungen ist ein Progressiver Struktur- und Funktionsgewinn (PSFplus) möglich. In diesem Fall werden ungünstige Muster unterbrochen, und die körperlichen Fähigkeiten können sich wieder verbessern. Der Begriff PSF ersetzt keine bestehenden Diagnosen oder bekannten Begriffe, sondern ordnet sie in einen größeren Zusammenhang ein.
Langjährige Beobachtungen zeigen, dass sich bei vielen Pferden ähnliche Bewegungsmuster finden. Es gibt sowohl gesunde als auch problematische Muster, die immer wieder auftreten. Dabei lassen sich bestimmte Punkte erkennen, die besonders wichtig für die Entwicklung sind. Sie beeinflussen, ob sich der Zustand des Pferdes weiter verschlechtert oder ob eine Umkehr und Gesundung möglich wird. Wir haben zehn Pferde ausgewählt, um diese Muster und Entwicklungsverläufe anschaulich darzustellen. Die Fallberichte finden sich im Anhang des Originaltextes sowie in deutscher Sprache zusammengefasst auf Facebook.
https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2026.1767386/full
https://www.facebook.com/share/1HfyJFRg2P/
Der PSF-Bezugsrahmen hilft zu verstehen, warum verschiedene Symptome häufig gemeinsam auftreten und warum einzelne Maßnahmen oft nur kurzfristige Verbesserungen bringen. Durch die Verbindung von theoretischem Wissen und genauer Praxisbeobachtung konnten Zusammenhänge und Wirkungsweisen besser verstanden werden. Diese ganzheitliche Betrachtung bietet eine Grundlage für weiterführende klinische, therapeutische und praktische Arbeit.
Begrifflicher Hintergrund
In der Fachliteratur über Pferde werden verschiedene Begriffe verwendet, um ähnliche Probleme zu beschreiben. Dazu gehören Trageerschöpfung, Trageschwäche, Topline-Syndrom und myofasziale Dysfunktion. Gemeint sind dabei Einschränkungen in Bewegung, Körperbau und Leistungsfähigkeit, die bei vielen Pferden auftreten – im Sport wie auch im Freizeitbereich.
Diese Begriffe beschreiben vor allem, was man sieht, erklären aber kaum, warum diese Probleme entstehen. Der Begriff Trageerschöpfung lässt denken, dass das Pferd ermüdet ist. Das ist falsch, denn Erholung oder Schonung helfen hier nicht! Das Wort Trageschwäche bleibt unklar und kann dazu führen, dass Pferde als krank gelten, obwohl sie einfach noch nicht passend ausgebildet sind.
Das Topline-Syndrom richtet den Blick auf die äußere Form von Rücken und Hals. Dabei wird das Zusammenspiel im Körper häufig nicht berücksichtigt. Die myofasziale Dysfunktion stammt aus der Humanmedizin. Sie beschreibt Probleme im Fasziengewebe und geht davon aus, dass diese durch manuelle Behandlung lösbar sind. Beim Pferd greift diese Annahme jedoch zu kurz, weil Bewegung und Belastung immer den ganzen Körper betreffen.
Alle diese Begriffe erfassen das Geschehen nicht im Gesamtzusammenhang. Dadurch wird es schwierig, die Verbindung zwischen verschiedenen Befunden zu erkennen. In der Praxis führt das häufig dazu, dass einzelne Auffälligkeiten behandelt werden, während grundlegende Bewegungszusammenhänge unbeachtet bleiben.
Grundlagen aus der Systemtheorie
In der Systemtheorie werden lebende Organismen als offene Systeme verstanden. Das bedeutet: Der Körper besteht aus vielen miteinander verbundenen Teilen, die ständig miteinander und mit ihrer Umgebung in Wechselwirkung stehen.
Viele häufig verwendete Beschreibungen und Erklärungen hingegen betrachten den Pferdekörper als geschlossenes System. Innerhalb dieses Systems werden vor allem lineare Beziehungen zwischen den Teilen dargestellt und die Umgebung als Interaktionspartner ausgeblendet. Diese Sichtweise greift aus unserer Perspektive zu kurz.
Bewegung entsteht nicht dadurch, dass einzelne Muskeln oder Körperteile isoliert mit ihren nächsten Nachbarn arbeiten. Stabile Bewegungsmuster organisieren sich aus dem komplexen Zusammenspiel vieler Faktoren. Sie können sich verändern, wenn sich bestimmte Bedingungen im System ändern. Dann kann sich die Organisation der Bewegung neu ordnen.
Im PSF-Rahmen beschreiben wir die systemischen Zusammenhänge. Einige Stellen im Körper haben besonders großen Einfluss auf die Bewegungsorganisation. Veränderungen an solchen Punkten können Auswirkungen auf das gesamte Bewegungssystem haben.
Progressiver Struktur- und Funktionswandel: Definition und konzeptioneller Bezugsrahmen
Die Probleme, die in der Pferdewelt oft mit Begriffen wie Trageerschöpfung, Topline-Syndrom, Poor Posture Syndrome oder myofasziale Dysfunktion beschrieben werden, lassen sich meist nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückführen. Aus unserer Sicht entstehen sie durch Veränderungen im Bewegungssystem des Pferdes. Dazu gehören sowohl strukturelle Veränderungen im Körper als auch Veränderungen in der funktionellen Organisation der Bewegung.
In unseren Beobachtungen aus der Praxis traten immer wieder ähnliche Kombinationen aus Bewegungs- und Haltungsmustern auf. Im PSF-Rahmen lassen sich diese Muster in zwei mögliche Entwicklungsrichtungen aufteilen, in PSFminus und PSFplus (Abbildung1):
- PSFminus beschreibt eine Entwicklung, bei der sich strukturelle und funktionelle Probleme im System gegenseitig verstärken.
- PSFplus beschreibt dagegen eine Entwicklung, bei der sich die Organisation der Bewegung verbessert und der Körper sich funktionell stabilisiert.
Die negativen Entwicklungen lassen sich nicht allein durch Ermüdung, einzelne Muskelprobleme oder äußere Formmerkmale erklären. Vielmehr ist ein systemischer Prozess zu vermuten, der den gesamten Pferdekörper betrifft.
Verschiedene Faktoren können diesen Prozess beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel die Trainingsweise, Trainingsumfang und -intensität, Haltung und Umgebung, die Hufbearbeitung und Hufform, die Ausrüstung sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Pferdes. Je nachdem, wie diese Faktoren zusammenwirken, kann sich das System eher in Richtung PSFminus oder PSFplus entwickeln.
Das PSF-Modell hilft dabei, verschiedene Beobachtungen zusammenzudenken. Wiederkehrende Lahmheiten, Schiefe, Magenprobleme, Atemwegserkrankungen oder Verhaltensauffälligkeiten können so als mögliche Ausdrucksformen desselben systemischen Prozesses verstanden werden, statt als voneinander unabhängige Einzelprobleme.
Das Konzept entstand aus Beobachtungen in der Praxis. Als wissenschaftliche Veröffentlichung soll es helfen, wiederkehrende Muster zu ordnen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und neue Forschungsfragen zu formulieren. Es ist daher nicht als fertige Erklärung gedacht, sondern als Arbeitsmodell, das zu weiteren Untersuchungen anregen soll.

Abbildung 1:
Links im Bild seht ihr ein Pferd im PSFminus mit den Merkmalen dieses Prozesses. Die Kruppe ist höher als der Widerrist, der Rücken scheint durchzuhängen und die Hufe sind unter den Körper geschoben. Rechts das gleiche Pferd nach Trainingsumstellung ein Jahr später in PSFplus, trainiert von der Besitzerin. Der Widerrist ist höher als die Kruppe und die Röhrbeine stehen senkrecht.
Wichtig ist: Dieser Prozess ist nicht zwangsläufig eine Einbahnstraße. Werden die Bedingungen gezielt verändert, kann sich die Bewegungsorganisation des Pferdes neu ordnen. Dann wird eine Entwicklung in Richtung PSFplus möglich. Das Pferd bewegt sich zunehmend koordinierter, nutzt äußere Kräfte besser und gewinnt insgesamt an Belastbarkeit und Widerstandskraft.
Beobachtungen aus der Praxis
In den dokumentierten Fällen und in vielen Beobachtungen aus der Praxis zeigten Pferde mit bestimmten äußeren Merkmalen häufig ähnliche Einschränkungen in der Bewegung. Dazu gehörten zum Beispiel ein steil gestelltes Becken, ein durchhängender Rücken, rückständige Vorderbeine mit steilen Hufen sowie unter den Körper gestellte Hinterbeine mit untergeschobenen Trachten an flachen Hufen.
Diese äußeren Merkmale traten häufig gemeinsam mit Bewegungsproblemen und belastungsbedingten Erkrankungen auf. Aus diesen wiederkehrenden Beobachtungen wurden die funktionellen Marker der PSFminus-Entwicklung abgeleitet, die später im Artikel genauer beschrieben werden. (Abbildung 2)
Im Gegensatz zu den beobachteten Merkmalen steht die klassische Beschreibung eines guten Reitpferdes mit harmonischer Oberlinie, senkrecht stehenden Röhrbeinen und ausgewogenen Hufen.
Die Grundlage für die im Artikel vorgestellten Hypothesen bilden Fragebögen, die von Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedener Online-Kurse ausgefüllt wurden (Maren Diehl, 2020–2025, unveröffentlicht). Diese Daten stammen nicht aus einer kontrollierten Studie und erlauben daher keine statistischen Aussagen. Dennoch zeigten sich in vielen voneinander unabhängigen Fällen ähnliche Muster, die gut zum vorgeschlagenen PSF-Rahmen passen.

Abbildung 2:
Die Merkmale sind immer die gleichen, auch wenn die Ursachen andere sind. Links die Stute nach langer Verletzungspause in PSFminus, rechts drei Monate später in PSFplus.
Langjährige Beobachtungen aus der Praxis zeigen außerdem, dass sich die genannten äußeren Merkmale ebenso wie die Verhaltensauffälligkeiten im Verlauf zunächst weiter verstärken (siehe Fallbeispiele). Zu den häufig berichteten Befunden gehören zum Beispiel Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrosen oder Sehnenprobleme sowie Gangunregelmäßigkeiten und Stolpern. In vielen Fällen kommen auch Verhaltensauffälligkeiten hinzu, etwa Schreckhaftigkeit und Headshaking oder Lahmheiten ohne eindeutigen Befund.
Solche Muster wurden bei sehr unterschiedlichen Pferden beobachtet – unabhängig von Rasse, Alter, Geschlecht, Ausbildungsstand, Reitweise oder Haltungsform. Das spricht dafür, dass es sich eher um ein systemisches Phänomen handelt als um ein Problem einzelner Rassen oder Trainingsmethoden.
Pferdebesitzer:innen versuchen, diese Probleme mit großem zeitlichen und finanziellen Aufwand zu lösen – beispielsweise durch Physiotherapie, Osteopathie, Chiropraktik, therapeutisches Training, Korrekturberitt oder Wechsel der Reitweise. In vielen Fällen wird jedoch nur von kurzfristigen Verbesserungen berichtet. Einige der Pferde aus unseren zehn Fallberichten galten vor der Teilnahme an den Programmen bereits als nicht mehr reitbar oder austherapiert.
Der Mechanismus der
funktionellen Inversion
Wir haben in der Praxis gesehen, dass sich die Entwicklung von PSFminus nach einem wiederkehrenden Muster vollzieht. In unserem Modell beschreiben wir diesen Prozess als funktionelle Inversion. Damit ist gemeint, dass sich im Bewegungssystem des Pferdes grundlegende Funktionen umkehren können. Strukturen, die eigentlich zur Stabilität beitragen sollen, werden dann destabilisiert. Strukturen, die Bewegung zulassen sollen, versteifen sich. Bewegungen, die normalerweise effizient wären, verschieben sich im Timing, so dass Kräfte aus der Umgebung, die der Körper normalerweise nutzen könnte, stattdessen abgefangen oder gar bekämpft werden müssen.
Diese Veränderungen betreffen nicht nur einzelne Körperregionen, sondern die Organisation der gesamten Bewegung. Aus ursprünglich funktionellen Abläufen können so selbstverstärkende, ungünstige Bewegungsmuster entstehen. Dadurch nimmt die mechanische Effizienz der Bewegung ab und die Belastung für den Körper steigt.
Vereinfacht würde sich dieser in unserem Modell beschriebene Prozess folgendermaßen zeigen:
- Das Becken des Pferdes kommt in eine steilere Stellung. Mögliche Auslöser können zum Beispiel Trainingsmethoden, Schmerzen oder Umgebungsbedingungen sein.
- Durch diese Veränderung übernimmt die Hinterhand zunehmend eine bremsende Funktion. Dadurch wirken rückwärts gerichtete Zugkräfte auf die Wirbelsäule.
- Die Vorhand reagiert darauf häufig mit Vorwärtsstemmen. Gleichzeitig senkt sich der Brustkorb.
- Die Gliedmaßen stehen dadurch weiter unter dem Körper. An den Vorderhufen verlagert sich die Belastung stärker auf die Zehe, während an den Hinterhufen die Trachten stärker belastet werden.
- Wenn diese Belastungsmuster über längere Zeit andauern, passt sich die Form der Hufe allmählich an. Vorderhufe werden tendenziell steiler, während Hinterhufe flacher werden und zu untergeschobenen Trachten neigen.
In diesem Modell bedeutet funktionelle Umkehr, dass sich das Gewebe zunehmend an Belastungen anpassen muss, für die es ursprünglich nicht vorgesehen war. Der Prozess wird dadurch selbstverstärkend: Je länger diese Belastungsmuster bestehen bleiben, desto stärker verändert sich auch die Körperstruktur in Richtung eines ungünstigen Zustands. Da die verschiedenen Elemente des Systems miteinander verbunden sind, könnte der Prozess ebenso gut an den Hufen anfangen, und unterschiedliche Auslöser würden letztlich zu ähnlichen Bewegungsmustern führen. Diese Annahme entspricht unseren Erfahrungswerten, muss jedoch noch weiter wissenschaftlich überprüft werden.
Eine Entwicklung zurück von PSFminus zu einem stabileren, physiologischen Zustand (PSFplus) erfordert in Bezug auf den beschriebenen Ablauf, dass die ursprüngliche Ursache der steilen Beckenstellung beseitigt wird. Gleichzeitig muss die strukturelle Neuorganisation des Körpers durch passende Hufbearbeitung und funktionelles Training unterstützt werden. Unsere Beobachtungen aus der Praxis deuten darauf hin, dass dabei vor allem das Lumbosakralgelenk und die Hufe eine zentrale Rolle spielen. Der horizontale Vorwärtszug zum Gebiss wirkt in diesem Zusammenhang als funktioneller Auslöser, der eine koordinierte und physiologische Bewegung wieder ermöglichen kann.
Das Lumbosakralgelenk (LSG)
Das Lumbosakralgelenk (LSG) verbindet die Lendenwirbelsäule mit dem Kreuzbein. Dieses Gelenk bewegt sich wie ein Scharnier. Es spielt eine zentrale Rolle für die Bewegungen des Pferdes, weil es die Stellung des Beckens mitbestimmt und damit beeinflusst, wie Kräfte durch den Körper übertragen werden.
In vielen Reitsystemen gilt ein steil gestelltes Becken als Voraussetzung für Versammlung und Tragfähigkeit. Diese Beckenstellung wird in den meisten von uns beobachteten Fällen durch das Öffnen des Lumbosakralgelenks erreicht (Abbildung3). Dabei vergrößert sich der Winkel zwischen den Dornfortsätzen des letzten Lendenwirbels (L6) und dem ersten Dornfortsatz des Kreuzbeins (S1). Je größer dieser Winkel wird, desto steiler erscheint das Becken und desto weiter stehen die Hinterbeine unter dem Körper – sowohl im Stand als auch in der Bewegung (oder die Lendenwirbelsäule fällt stark ab).

Abbildung 3:
Links das Pferd mit geöffnetem LSG und den üblichen Merkmalen von PSFminus in selbst gewählter Haltung. Rechts, wenige Minuten später und nach einer manuellen Manipulation des LSG, steht das Pferd mit senkrechten Röhrbeinen und flacher Kruppe. Der Widerrist ist jetzt höher als die Kruppe. Das Pferd befand sich zu diesem Zeitpunkt am Anfang der Entwicklung von PSFplus.
Bei Pferden mit dauerhaft geöffnetem Lumbosakralgelenk ist eine eingeschränkte Beugung der Hinterbeine zu beobachten. Hüfte, Knie und Sprunggelenk strecken sich stärker, während das Fesselgelenk überproportional belastet wird. Dadurch übernimmt die Hinterhand zunehmend eine bremsende Funktion. Diese veränderte Belastung löst weitere Veränderungen im Bewegungsmuster aus. Häufig hebt sich die Kruppe im Verhältnis zum Widerrist, während der Brustkorb nach unten sinkt. Beide Merkmale wurden in Studien mit einem erhöhten Risiko für Lahmheiten und Rückenschmerzen in Verbindung gebracht.
In unserem Modell erfüllt das Lumbosakralgelenk eine wichtige Funktion im Bewegungssystem. Bleibt es dauerhaft geöffnet, verändert sich die Weiterleitung von Kräften durch die Wirbelsäule. Wenn das Lumbosakralgelenk sich in der Belastungsphase nicht funktionell schließen kann, steigt die Zugbelastung in der Wirbelsäule. Dadurch verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Druck- und Zugkräften im Körper, die Kräfte werden weniger effizient verteilt, und das System bewegt sich zunehmend in Richtung PSFminus.
Im Rahmen unseres Modells kann das Lumbosakralgelenk daher als eine zentrale Stellschraube im Bewegungssystem verstanden werden. Es beeinflusst nicht nur die räumliche Beziehung zwischen Becken und Wirbelsäule, sondern auch den zeitlichen Ablauf der Bewegung – zum Beispiel die Dauer der Stützbeinphasen oder die Symmetrie der Schritte. Deshalb kann das Lumbosakralgelenk sowohl ein früher Hinweis auf eine beginnende PSFminus-Entwicklung sein als auch ein wichtiger Ansatzpunkt für eine funktionelle Veränderung in Richtung PSFplus.
Zu diesem Thema gibt es im Shop zwei Sets mit je fünf kurzen
Videos zu kaufen.
Phasenverschiebungen
Wenn sich im Körper des Pferdes die Richtung der wirkenden Kräfte verändert, kann sich auch die zeitliche Koordination der Bewegung verschieben. In unserem Modell führt diese funktionelle Umkehr zu einer Veränderung im Ablauf der Stütz- und Schwungphasen der Beine. Dabei wird in der Vorhand die erste Hälfte der Stützphase kürzer, während die zweite Hälfte länger wird. In der Hinterhand zeigt sich das umgekehrte Bild: Die erste Hälfte der Stützphase verlängert sich, während die zweite Hälfte verkürzt wird.
Besonders gut lässt sich dieses Muster im Trab beobachten. Am Ende der Stützphase bleibt das Vorderbein noch am Boden und unter Last, während das diagonale Hinterbein bereits abgehoben hat. In vielen Fällen wird dadurch die Schwebephase deutlich kürzer.
Dieses Bewegungsmuster ist in vielen Reitweisen und unabhängig vom Ausbildungsstand zu beobachten.
In der biomechanischen Literatur wird eine zeitliche Verschiebung zwischen Hinter- und Vorderbein teilweise auch mit höherer Geschwindigkeit im Trab oder mit bestimmten Lektionen in der Dressur in Verbindung gebracht. Dort wird sie oft als positiver Beitrag zur motorischen Kontrolle oder zur Umverteilung von Last interpretiert.
Im hier vorgestellten Modell betrachten wir jedoch vor allem den Zeitpunkt, zu dem die Hufe den Boden verlassen (Abbildung 4). Wenn eine zeitliche Verschiebung zusammen mit einer verlängerten Stützphase der Vorderbeine, einer verkürzten Schwebephase und einer geringeren Beugung der Hinterbeine auftritt, interpretieren wir dieses Muster nicht als Zeichen größerer Tragkraft. Vielmehr sehen wir darin einen Hinweis auf eine veränderte Belastungsstrategie im Bewegungssystem – ein Muster, das im Rahmen von PSFminus auftreten kann.

Abbildung 4:
Links die Stute in PSFminus, mit Phasenverschiebung, damals mit wiederkehrenden Lahmheiten und starken Verhaltensauffälligkeiten. Rechts das selbe Pferd in PSFplus, im räumlichen und zeitlichen Gleichmaß der Bewegung. Beide Bilder sind auf dem Reitplatz aufgenommen.
Die Hufe
Die Hufe spiegeln sowohl die Bewegungsmuster des Pferdes wider als auch die Art der Hufbearbeitung. Es gibt zahlreiche Studien darüber: Die Hufbearbeitung hat unmittelbaren Einfluss auf die Stellung der Gliedmaßen und die Ausrichtung des Hufbeins zum Boden – und damit auch wiederum auf die Bewegungsorganisation. Sie kann das Risiko für Verletzungen verringern oder erhöhen.
In unseren Beobachtungen zeigt sich während der Entwicklung von PSFminus eine typische Veränderung der Hufe. In vielen Fällen werden die Vorderhufe im Verlauf steiler, während die Hinterhufe gleichzeitig flacher werden. Diese gegenläufigen Veränderungen deuten auf eine grundlegende Umorganisation der Kräfte im Bewegungssystem hin. Sie sind nicht nur eine Folge der veränderten Belastung, sondern wirken auch selbst wieder auf das Bewegungsmuster zurück. Mit jedem Schritt kann sich so die ungünstige Lastverteilung zwischen Vor- und Hinterhand weiter verstärken.
Nach unseren Beobachtungen treten diese Veränderungen besonders deutlich bei Pferden mit dauerhaft geöffnetem Lumbosakralgelenk auf. Steilere Vorderhufe und flachere Hinterhufe wurden in Studien übrigens mit einem erhöhten Risiko für Lahmheiten in Verbindung gebracht, insbesondere mit Problemen im Bereich des Sprunggelenks und des Fesselträgerursprungs.
Deshalb spielt die Hufbearbeitung eine entscheidende Rolle. Sie kann PSFminus nicht allein umkehren, aber ohne eine unterstützende, nicht-invasive (!) Hufbearbeitung ist die Entwicklung eines gesunden Zustands mit PSFplus nicht möglich (Abbildung 5).
Um eine Entwicklung zurück in Richtung PSFplus zu unterstützen, ist die Gestaltung der Kontaktfläche zwischen Huf und Boden wesentlich, denn an dieser Stelle findet die Interaktion zwischen Pferd und Untergrund statt und damit ein zentraler Teil der Kraftübertragung im Bewegungssystem. Die Huf-Boden-Interaktionsfläche ist somit eine unverzichtbare Stellschraube, wie sich auch in den Fallberichten zeigt.

Abbildung 5: Zwischen den Bildern liegen etwa 10 Monate. Im linken Bild war der Huf beschlagen, das Pferd lahmte, mit zunehmender Tendenz. Nach der Umstellung auf barhuf, rechts im Bild, ist das Pferd lahmfrei und wird sowohl mit als auch ohne Hufschuhe geritten.
Vom Pferd ausgehender aktiver horizontaler Zug zum Gebiss
Das zentrale Trainingsziel in den dokumentierten Fällen war die Entwicklung eines aktiven horizontalen Zuges ans Gebiss, der vom Pferd selbst ausgeht und nicht vom Reiter erzeugt wird. Dadurch können sich die Kräfte im Körper des Pferdes funktionell neu organisieren und die Reiterin wird in diese Organisation integriert. In den meisten Fällen zeigte sich dabei mit einem Stangen- oder Trensengebiss eine bessere Wirkung als mit gebisslosen Zäumungen. Wir führen das vor allem auf die besondere Rolle der Zunge zurück, die als kräftiger Muskel mit den tiefen Faszienketten in Verbindung steht, die zentrale Strukturen des Pferdekörpers stabilisieren.
Kurz zusammengefasst: Lass dein Pferd ziehen.
Ein Vergleich kann helfen, dieses Prinzip zu verstehen. Wenn ein Mensch einen schweren Rucksack trägt, kann er die Daumen in die Schultergurte einhaken und aktiv nach vorne drücken. Dadurch hängt das Gewicht nicht mehr passiv am Körper, sondern wird aktiv stabilisiert. Der Druck auf die Gurte nimmt zwar zu, aber die Last lässt sich trotzdem leichter tragen, weil sie aktiv organisiert wird.
Übertragen auf das System von Pferd und Reiter bedeutet das: Wenn das Pferd aktiv nach vorne ans Gebiss zieht, kann sich der Körper entlang seiner Längsachse funktionell organisieren.

Abbildung 6:
Dasselbe Pferd unter derselben Reiterin in unterschiedlichen Bewegungsmomenten. Der Unterarm der Reiterin liegt auf einer Linie mit den Zügeln.
Zur Beschreibung dieses Vorgangs nutzen wir das biotensegrale Modell der strukturellen Organisation. Die Zügel können darin als strukturelle, diagonalisierende Verbindung zwischen Mensch und Pferd verstanden und genutzt werden.
Udo Bürger und Otto Zietzschmann schrieben, dass sich die gewünschte Stabilität im Pferd anfühlt wie eine Stahlstange, die vom Gebiss bis zu den Hüftgelenken reicht und am Genick sowie am Übergang von Hals zu Brustkorb gebogen ist. Über diese „Stange“ sollten Zügelhilfen durch eine bereits stabile Struktur bis zur Hinterhand wirken können.

Abbildung 7:
Eine grafische Darstellung der “Stange” mit den potenziellen Schwachpunkten, links bei PSFminus, rechts bei PSFplus.
Im hier vorgestellten Modell steht jedoch zunächst die Frage im Mittelpunkt, wie eine solche Stabilität überhaupt entsteht. Unsere Beobachtungen legen nahe, dass sie nur dann entstehen kann, wenn das Pferd selbst aktiv nach vorne in Richtung Gebiss arbeitet. Erst wenn sich der Körper auf diese Weise stabil organisiert, können Zügelhilfen sinnvoll auf die Hinterhand wirken.
Funktionelles und interaktives Training (FIT)
In den dokumentierten Fällen wurde der Übergang von PSFminus zu PSFplus mit einem einfachen Trainingsansatz untersucht, den wir Funktionales und Interaktives Training (FIT) nennen. Der Begriff wurde später eingeführt, um das Vorgehen zu beschreiben, das sich aus praktischer Arbeit entwickelt hatte. Die Prinzipien von FIT lassen sich grundsätzlich mit jeder Reitweise oder Trainingsmethode verbinden. (Vor Beginn eines Trainings sollte ggf. eine tierärztliche Abklärung erfolgen.)
Wir gehen davon aus, dass sich strukturelle und funktionelle Veränderungen im Körper nicht allein durch einzelne therapeutische Maßnahmen erreichen lassen. Entscheidend ist vielmehr, dass sich die Bewegung des gesamten Systems neu organisiert. Der Körper besitzt durch seine biotensegrale Struktur grundsätzlich die Fähigkeit, Kräfte effizient zu nutzen, Stabilität aufzubauen und koordinierte Bewegungsmuster zu entwickeln – wenn er die Möglichkeit bekommt.
Ein wichtiger Aspekt dieser Bewegungsorganisation ist die Impulsstabilität. Damit ist die Fähigkeit des neuro-myofaszialen Systems gemeint, unter Belastung für einen sehr kurzen Moment eine sehr hohe Stabilität zu erzeugen. Dadurch können kurze, starke Kraftimpulse aufgenommen und effizient im Körper verteilt werden.
Durch FIT wird diese Impulsstabilität gefördert. Gleichzeitig beschreibt der Begriff „interaktiv“, wie Pferd und Reiter gemeinsam lernen, sich als funktionelle Einheit zu organisieren – auch unter wechselnden Bedingungen. Der Ansatz verbindet die wichtigsten Punkte, die bisher in diesem Artikel beschrieben wurden:
- das Lumbosakralgelenk als zentraler Regulator der Kraftübertragung,
- die Hufe als entscheidende Schnittstelle zwischen Pferd und Boden und
- der vom Pferd ausgehende aktive horizontale Zug zum Gebiss als verbindendes Element zwischen Pferd und Reiter
Im hier vorgestellten Modell kann sich ein zuvor negativer Kreislauf in einen positiven Entwicklungsprozess verwandeln, von PSFminus zu PSFplus. In den Fallstudien bildete FIT den praktischen Rahmen, in dem diese Veränderungen beobachtet wurden. Pferde, die zuvor deutliche Zeichen von PSFminus zeigten, entwickelten nach Beginn des Trainings wieder mehr Stabilität, Symmetrie und motorische Kompetenz – weitgehend ohne zusätzliche therapeutische Maßnahmen während des dokumentierten Zeitraums.
In den beschriebenen Fällen eröffnete dieser Wechsel für die Pferde und ihre Besitzer einen neuen Entwicklungsweg (Abbildung 8). Während sich die Bewegungsorganisation der Pferde verbesserte, nahm der Bedarf an therapeutischen Behandlungen ab, und die Lebensqualität von Pferd und Mensch verbesserte sich.
Zu den häufigsten Veränderungen gehörten:
- ein regelmäßigerer und rhythmischerer Bewegungsablauf
- das Genick wurde in der Bewegung wieder zum höchsten Punkt der Oberlinie
- die Stirn-Nasen-Linie blieb vor der Senkrechten
- die Muskulatur entwickelte sich gleichmäßiger und unauffälliger
- Schreckhaftigkeit und explosionsartige Reaktionen nahmen ab
- mehr Ruhe bei gleichzeitig besserer Reaktionsfähigkeit
- bestehende Asymmetrien wurden schwächer oder verschwanden.

Abbildung 8:
Diese Stute durfte nach mehreren erfolglosen Anreitversuchen mit unterschiedlichen Methoden ihr biotensegrales Potenzial entwickeln. Aus der hysterischen Arbeitsverweigererin wurde innerhalb von drei Monaten ein zuverlässiges Reitpferd.
Diese Entwicklungen sind in den Fallstudien im Supplementary Material ausführlich beschrieben. Ähnliche Veränderungen wurden auch von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Online-Kurse berichtet. Die Veränderungen wurden anhand von Fragebögen sowie Foto- und Videomaterial der Besitzerinnen dokumentiert. Auch wenn es sich dabei nicht um eine kontrollierte Studie handelt, zeigen die wiederkehrenden Muster eine bemerkenswerte Übereinstimmung.
Die praktischen Ergebnisse zeigen, dass PSFminus ein grundsätzlich umkehrbarer Prozess ist. Auch wenn teilweise tierärztliche Behandlung notwendig war: Die vorgestellten Fälle legen nahe, dass eine nachhaltige Verbesserung vor allem dann entsteht, wenn die funktionelle Selbstorganisation des gesamten Bewegungssystems wieder ermöglicht wird.
Die Marker
Damit das PSF-Modell überprüfbar wird, haben wir eine kleine Anzahl von Merkmalen definiert, die sich relativ einfach beobachten lassen. Diese Marker können in der Regel schon mit normalem Smartphone-Video (etwa 30 Bilder pro Sekunde) beurteilt werden. Unser Ziel war dabei nicht die maximale technische Präzision, sondern praktische Nachvollziehbarkeit. Die Beobachtungen sollen auch ohne Labor und Spezialtechnik möglich sein, damit andere Menschen sie unabhängig überprüfen können. Für die hier beschriebenen Phänomene – also sichtbare Veränderungen im Bewegungsablauf oder in der Haltung – reicht diese Bildrate in der Regel aus. Höhere Bildraten können zwar mehr Details zeigen, sind aber für das grundsätzliche Erkennen der beschriebenen Muster nicht zwingend erforderlich.
In den dokumentierten Fallbeispielen wurden diese Marker zunächst qualitativ ausgewertet. Grundlage waren Fotos und Videos, die von den Besitzerinnen der Pferde zur Verfügung gestellt wurden. Erst danach wurden erste Richtwerte formuliert, die in zukünftigen Studien genauer überprüft werden sollen.
Es gibt sowohl statische Marker, also Merkmale, die sich am stehenden Pferd erkennen lassen (Tabelle 1), als auch dynamische Marker, die sich vor allem auf Bewegungsmuster im Trab beziehen (Tabelle 2). Diese Marker sind typischerweise mit einer PSFminus- oder PSFplus-Entwicklung verbunden, wobei als erste Orientierung dabei die seitliche Betrachtung des Pferdes dient.

Tabelle 1: Beurteilung statischer PSF Marker über seitliches Foto im Stand.
Für die Beurteilung steht das Pferd frei auf festem, ebenem Untergrund (ohne Futter oder sonstige Ablenkung). Benötigt wird ein seitliches Ganzkörperfoto (laterale Ansicht), idealerweise mit etwa zwei Metern Umgebung rund um das Pferd, um Verzerrungen durch die Kameralinse zu vermeiden. Der Mindestabstand der Kamera zum Pferd beträgt 4 m, die empfohlene Kamerahöhe liegt bei 1,20 m. Diese Aufnahme ermöglicht eine erste Einschätzung der körperlichen Organisation des Pferdes unter statischen Bedingungen.
In unseren Beobachtungen traten diese Marker nur selten einzeln auf. Meist erschienen mehrere von ihnen gleichzeitig. Für eine Einordnung als PSFminus schlagen wir vor, dass mindestens zwei statische und zwei dynamische Marker vorhanden sind. Eine PSFplus-Entwicklung zeigt sich dagegen daran, dass die beschriebenen funktionellen Merkmale insgesamt wieder vorhanden sind.
Übergänge zwischen diesen Zuständen lassen sich vor allem durch Beobachtung über längere Zeit erkennen. In den untersuchten Fällen verschwanden einzelne PSFminus-Marker oft innerhalb von Tagen, Wochen oder wenigen Monaten. Veränderungen an den Hufen brauchten dagegen meist deutlich länger, weil sie vom Hufwachstum und vom Hufmanagement abhängen.
Wie oft eine solche Beobachtung sinnvoll ist, hängt stark von der jeweiligen Situation ab – also vom Gesundheitszustand des Pferdes und vom Trainingskontext. Regelmäßige Dokumentation kann helfen, Veränderungen zu bemerken, nachzuvollziehen und besser zu verstehen.

Tabelle 2: Beurteilung dynamischer PSF Marker über seitliche Videoaufnahmen
Für die Beurteilung wird ein seitliches Video benötigt, das den gesamten Pferdekörper zeigt und idealerweise etwa 2 m Umgebung in alle Richtungen umfasst, um Verzerrungen durch die Kameralinse zu minimieren. Die Aufnahme sollte 2–4 aufeinanderfolgende Trabtritte enthalten. Mindestabstand der Kamera zum Pferd: 4 m, empfohlene Kamerahöhe: 1,20 m, minimale Bildrate: 30 fps (60 fps für höhere zeitliche Auflösung eventuell hilfreich). Optional: vertikale und horizontale Referenzlinien zur Unterstützung der visuellen Beurteilung. Die Beurteilung erfolgt über eine Standbildanalyse (Bild-für-Bild) des Videos. Empfohlene Schwellenwerte für die Gesamtbewertung: Für eine Einordnung in PSFpus sollten die entsprechenden positiven Marker in mehr als 95 % einer 20-minütigen Trainingseinheit erkennbar sein, für eine Zuordnung zum PSFminus-Zyklus die entsprechenden Marker in mehr als 5 %. der Zeit.
Es gibt durchaus weitere Merkmale und mögliche Betrachtungswinkel, die hier vorgestellten sind für eine sichere Einordnung jedoch ausreichend.
Diskussion
.
Unterschiedliche Modelle zur Beschreibung der Körperorganisation
Der hier vorgestellte Ansatz geht von einer grundlegenden Annahme aus: Lebende Organismen bewegen sich nicht wie Maschinen über muskelbetriebene Hebel. Stattdessen funktionieren sie als anpassungsfähige Systeme aus Zug- und Druckkräften.
Dieses Organisationsprinzip wird als Biotensegrität bezeichnet. Es wurde in den 1980er-Jahren von Stephen Levin aus dem architektonischen Tensegrity-Prinzip in die Biologie übertragen und später unter anderem von Graham Scarr weiterentwickelt.
Klassische Modelle beschreiben Bewegung häufig als ein System aus Hebeln. Eine solche Darstellung ist zwar anschaulich, greift aber oft zu kurz. Sie geht davon aus, dass Kräfte linear wirken und an festen Punkten ansetzen, wodurch zwangsläufig Druck in den Gelenken entstehen müsste.
Diese Annahmen stehen jedoch im Widerspruch zu neueren Erkenntnissen. Biologische Gewebe verhalten sich nicht linear, und Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass der Gelenkspalt beim Menschen unter Belastung konstant bleibt.
Im Gegensatz dazu beschreibt die Biotensegrität den Körper als ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Zug- und Druckelementen. Kräfte werden nicht über starre Hebel weitergegeben, sondern über dynamische Spannungsmuster. Dadurch kann sich das System selbst organisieren und auch unter wechselnden Bedingungen gleichermaßen stabil und flexibel bleiben.
Auch das, was wir im weiteren Verlauf als Impulsstabilität beschreiben, lässt sich aus dieser Perspektive verstehen. Diese Form von Stabilität entsteht aus der dynamischen Organisation von Zug- und Druckkräften. Vor diesem Hintergrund lassen sich die Entwicklungen von PSFplus und PSFminus schlüssig erklären. Versuche, diese Muster ausschließlich mit einem klassischen Hebelmodell zu beschreiben, führen dagegen zu Widersprüchen. Eine ausführlichere Auseinandersetzung damit würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und ist für zukünftige Arbeiten vorgesehen.
Als theoretische Einordnung – nicht als direkter Beweis – kann dieser Perspektivwechsel auch über das Konzept der Selbstorganisation beschrieben werden. Gemeint ist damit die Fähigkeit lebender Systeme, äußere Kräfte sinnvoll in ihre innere Struktur zu integrieren und zu nutzen.
Diese Sichtweise stimmt mit Erkenntnissen aus verschiedenen Bereichen der Biologie überein – von der Zelle über die Embryonalentwicklung bis hin zum Fasziensystem und zur Organisation des gesamten Körpers.
Das Ziehen – wer zieht eigentlich?
In den dokumentierten Fällen zeigte sich immer wieder ein Zusammenhang:
Die Wiederherstellung koordinierter Bewegung trat dann auf, wenn sich ein horizontaler Zug ans Gebiss entwickelte. Diese Wirkung entsteht durch die aktive Beteiligung des Pferdes – nicht durch passives Reagieren auf den Reiter.
In diesem Zusammenhang kann das Gebiss nicht einfach als Werkzeug verstanden werden, das auf das Pferd einwirkt. Es ist vielmehr eine Schnittstelle, über die das Pferd seine Beziehung zu äußeren Kräften und zum Reiter organisiert. Wenn diese Verbindung in einer passenden Intensität organisiert wird, gibt sie dem System eine klare Richtung. Dadurch können Kräfte gleichmäßiger verteilt werden und die Haltung stabilisiert sich – ohne übermäßige Muskelspannung.
Der Übergang von PSFminus zu PSFplus hängt daher nicht nur von Veränderungen einzelner Körperbereiche ab, sondern davon, dass sich die Bewegung des gesamten Systems wieder stimmig organisiert. Dieses Prinzip erklärt auch, warum sich Bewegung und Leistungsfähigkeit verbessern können, selbst wenn die reiterlichen Fähigkeiten begrenzt sind. Der vom Pferd ausgehende Zug zum Gebiss wirkt dabei wie eine strukturelle Orientierung, die dem Pferd hilft, seine Bewegung selbst zu organisieren.
In diesem Sinne ist das Gebiss weniger ein Mittel zur Kontrolle als eine Verbindung, die Pferd und Reiter zu einem gemeinsamen System koppelt.
Zum Ziehen gehören immer zwei
Zügelkontakt ist immer eine Beziehung – und allein an der gemessenen Kraft lässt sich nicht erkennen, wer sie erzeugt. Entscheidend ist daher nicht, wie viel Zug im Zügel ist, sondern wie er entsteht.
- Geht die Verbindung vom Pferd aus und bleibt sie funktionell eingebunden?
- Oder wird Druck vom Reiter erzeugt und stört die Bewegungsorganisation?
Diese Unterscheidung lässt sich nicht allein über Kraftmessungen treffen. Sie muss über das Bewegungsmuster und die Haltung des Pferdes beurteilt werden.
Dabei helfen verschiedene Beobachtungskriterien:
Aus der Pferdeforschung sind zahlreiche Mimik- und Verhaltensmerkmale bekannt, die auf Stress oder Schmerz hinweisen. Dazu gehören zum Beispiel Veränderungen im Gesichtsausdruck oder im Verhalten. Instrumente wie die Horse Grimace Scale oder das Ridden Horse Pain Ethogram ermöglichen eine strukturierte Einschätzung solcher Anzeichen. Das Fehlen solcher Stress- und Schmerzsignale, kann als Mindestanforderung für Wohlbefinden gelten. Ob ein Pferd sich darüber hinaus aktiv und positiv beteiligt, lässt sich nur im Zusammenhang beurteilen. Auch die im PSF-Modell beschriebenen Bewegungsmarker können Hinweise geben. Wenn der Zügelzug vom Reiter ausgeht und die Haltung „gemacht“ wird, verschlechtern sich typische PSFplus-Merkmale meist sofort. Geht die Verbindung dagegen vom Pferd aus, bleiben diese Merkmale erhalten.
Zusätzlich können auch biomechanische Messungen Hinweise liefern, zum Beispiel die Analyse des Satteldrucks. Studien zeigen, dass sich bei gesunden Pferden mit gut koordinierter Bewegung die Druckverteilung unter dem Sattel gleichmäßiger darstellt. Ungünstige Bewegungsmuster können dagegen zu lokalen Druckspitzen, stärkeren Schwankungen oder vermehrter Bewegung des Sattels führen. Diese Veränderungen werden mit Unbehagen, eingeschränkter Rückenbeweglichkeit und Kompensationen in Verbindung gebracht.
Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass sich auch hier Unterschiede zeigen:
Wenn das Pferd selbst aktiv nach vorne zum Gebiss arbeitet, dürfte die Druckverteilung gleichmäßiger und stabiler sein. Wird der Zug dagegen vom Reiter erzeugt, sind eher unruhige und ungleichmäßige Druckmuster zu erwarten.
FIT als praktische Umsetzung von PSF
Functional and Interactive Training (FIT) ist nicht als eigene Methode, sondern als praktische Umsetzung des hier beschriebenen systemischen Ansatzes zu verstehen. Der Begriff wurde erst beim Verfassen der Arbeit eingeführt, um die Trainingsprinzipien zu benennen, die in den dokumentierten Fällen angewendet wurden.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Korrektur einzelner Körperteile und der Haltung oder gezielter Muskelaufbau, sondern eine koordinierte, selbstorganisierte Bewegung des gesamten Systems. Entscheidend ist die kontinuierliche Wechselwirkung zwischen dem Körper des Pferdes und den äußeren Kräften. (Das bedeutet, dass das Pferd die Schwerkraft und die Bodenreaktionskräfte nutzt, anstatt sie zu vermeiden oder zu bekämpfen.)
FIT verbindet die zentralen Aspekte dieses Artikels:
- die Rolle des Lumbosakralgelenks bei der Kraftübertragung
- Phasenverschiebungen als Hinweis auf Veränderungen in der Bewegungsorganisation
- die Bedeutung der Hufe als Schnittstelle zum Boden
- den vom Pferd ausgehende aktive horizontale Zug zum Gebiss und damit die Zügel als verbindendes Element zwischen Pferd und Reiter
Auch wenn sich die sichtbaren Ergebnisse je nach Ausbildungsstand, Gesundheitsstatus und Situation unterscheiden können, zeigte sich in den beobachteten Fällen ein wiederkehrendes Muster: Die Entwicklung brachte mehr Stabilität, höhere motorische Kompetenz und eine stimmigere Gesamtorganisation der Bewegung.
In diesem Sinne bildet FIT die Verbindung zwischen Theorie und Praxis. Es übersetzt die Prinzipien der Selbstorganisation in konkrete Veränderungen, die beobachtet und nachvollzogen werden können (siehe Fallbeispiele im Supplementary Material). Die Beobachtungen deuten darauf hin, dass – nach tierärztlicher Abklärung – ein Training, das auf systemischer Interaktion basiert, innerhalb relativ kurzer Zeit zu messbaren funktionellen Verbesserungen führen kann.
Sobald das Pferd beginnt, die äußeren Kräfte effizient zu nutzen, verbessern sich Impulsstabilität, Bewegungseffizienz und motorische Kompetenz sichtbar. Gleichzeitig verlieren viele klinische Auffälligkeiten an Bedeutung.
Demgegenüber berichten viele Pferdebesitzer von kurzzeitigen Verbesserungen durch Trainings- und Rehabilitationsansätze, die vor allem auf Haltungskorrektur, isoliertes Muskeltraining oder gezieltes Formen einzelner Bewegungen abzielen. Nachhaltige Verbesserungen blieben jedoch aus – diese Beobachtungen stimmen mit Erkenntnissen aus der Trainingswissenschaft beim Menschen überein.
FIT ist ein Rahmen, in dem sich das System neu organisiert (Abbildung 9).

Abbildung 9: Nicht nur das Pferd gewinnt durch ein körperliche Selbstorganisation ermöglichendes Training. Auch die Reiter:innen entwickeln sich – mit einem Minimum an Sitzkorrekturen – in kurzer Zeit weiter.
Einordnung des PSF-Modells
Das PSF-Modell bietet einen systemischen Rahmen, der viele bisher getrennt betrachtete Befunde zusammenführt. Dazu gehören zum Beispiel Rückenschmerzen, Leistungsabfall oder Lahmheiten ohne eindeutige Ursache. Diese Erscheinungen werden im PSF-Modell als zusammenhängende Prozesse verstanden und können so in sinnvolle präventive und therapeutische Ansätze übersetzt werden. Gleichzeitig eröffnet das Modell neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen Tiermedizin, Bewegungsforschung und praktischer Ausbildung.
Wichtig ist dabei: Das PSF-Modell ersetzt keine klassische Diagnostik oder Behandlung. In vielen Fällen müssen einzelne Symptome zunächst tierärztlich abgeklärt und behandelt werden. Das Modell ergänzt diese Ansätze, indem es den Blick auf die funktionelle Gesamtorganisation richtet.
In der bisherigen Forschung wurden viele Zusammenhänge untersucht – zum Beispiel zwischen Körperbau und Lahmheit, zwischen Körperbau und Leistungsfähigkeit oder zwischen Rückenschmerzen und Muskelabbau. Auch die Bedeutung der Hufe für das Lahmheitsrisiko ist gut dokumentiert. Diese Studien betrachten jedoch meist einzelne Strukturen oder isolierte Faktoren. Sie zeigen lokale Zusammenhänge, erklären aber oft nicht, wie diese aus dem gesamten System entstehen und sich auf die systemischen Abläufe auswirken.
Im PSF-Modell werden solche Befunde als Teil eines größeren systemischen Prozesses verstanden. Körperliche Merkmale werden dabei nicht als feste Eigenschaften gesehen, sondern als Ausdruck von Bewegung, Haltung und Belastung. Über die Zeit können sich daraus Veränderungen entwickeln, die zu einem schrittweisen Verlust von Stabilität und funktioneller Organisation führen. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass sich solche Veränderungen auch wieder zurückbilden oder zumindest klinisch unauffällig werden können, wenn die zugrunde liegenden systemischen Probleme gelöst werden.
Die vorhandene biomechanische Literatur ist umfangreich, erklärt viele Zusammenhänge aber nur teilweise. Häufig werden einzelne Strukturen oder Messwerte getrennt voneinander betrachtet. Dadurch lassen sich zwar lokale Effekte beschreiben, aber es bleibt oft unklar, wie diese im gesamten Bewegungssystem zusammenhängen.
Ein weiterer Punkt ist, dass in den meisten Studien nicht unterschieden wird, in welchem funktionellen Zustand sich die untersuchten Pferde befinden. Daten werden über verschiedene Pferde hinweg erhoben, ohne sie einer bestimmten Entwicklungsrichtung zuzuordnen. Dadurch bleiben wichtige Unterschiede im Bewegungsmuster und in der Belastungsorganisation unsichtbar oder werden nicht gezielt ausgewertet. Zusätzlich erschweren unterschiedliche Begriffe und Methoden den Vergleich der Ergebnisse. So entsteht kein klares Gesamtbild.
Das PSF-Modell setzt hier an. Es unterscheidet zwei klar voneinander getrennte Entwicklungsrichtungen – PSFplus und PSFminus – zwischen denen es keine Mischformen gibt. Bewegung wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines zusammenhängenden, sich selbst organisierenden Systems beschrieben. Ziel ist es, diese Zusammenhänge verständlich und einheitlich darzustellen. Bisher gibt es keine umfassenden Studien, die die funktionelle Bedeutung und das Zusammenspiel der im Artikel beschriebenen Merkmale systematisch untersuchen. (Die Zuordnung der Aussagen zu den einzelnen Referenzen wurde in dieser Übersetzung nicht übernommen und kann im verlinkten Originaltext nachvollzogen werden.)
Die hier vorgestellten Hypothesen basieren daher auf Beobachtungen aus der Praxis und auf dokumentierten Fallbeispielen. Auch wenn daraus keine statistischen Aussagen abgeleitet werden können, zeigt die wiederholte Beobachtung ähnlicher Muster in unterschiedlichen Kontexten, dass ein zugrunde liegendes systemisches Prinzip wahrscheinlich ist.
Um das PSF-Modell weiter zu überprüfen, sind gezielte wissenschaftliche Untersuchungen notwendig. Dazu gehören objektive Messverfahren, mit denen sich Bewegungsmuster, Belastungsverteilung und zeitliche Abläufe unter standardisierten Bedingungen erfassen lassen. Was nicht im Originaltext steht: Um Bewegungsmuster von PSFplus-Pferden statistisch relevant und quantitativ dokumentieren zu können, brauchen wir mehr solcher Pferde bzw. Pferd-Reiterpaare. Fühlt euch angesprochen.
Der nächste Abschnitt beschreibt mögliche Ansätze, wie solche Untersuchungen in Zukunft umgesetzt werden könnten.
Verfügbare Messmethoden in der Bewegungs- und Funktionsforschung beim Pferd
In der Forschung gibt es heute eine Vielzahl objektiver Messverfahren. Mit ihnen lassen sich Bewegung, Belastung und zeitliche Abläufe unter kontrollierten Bedingungen erfassen. Sie bilden die Grundlage für zukünftige Untersuchungen. Häufig eingesetzt werden sensorgestützte Systeme, zum Beispiel sogenannte IMUs (Inertialsensoren).
Mit ihnen lassen sich Bewegungsabläufe detailliert messen, um beispielsweise Lahmheiten vorhersagen zu können. Auch optische Bewegungserfassungssysteme werden genutzt. Sie ermöglichen eine genaue Analyse von Bewegungen der Gliedmaßen, des Rumpfes sowie von Kopf, Hals und Becken.
Kraftmessplatten liefern genaue Daten darüber, wie Kräfte beim Auffußen wirken – zum Beispiel wie stark die Belastung ist, wann sie ihren Höhepunkt erreicht und wie sie sich über die Stützphase verteilt. In Kombination mit Bewegungserfassung lassen sich so Bewegungsabläufe und Kraftmuster gleichzeitig analysieren.
Mehrere Studien zeigen jedoch, dass solche Messwerte nicht immer stabil sind. Sie können sich zwischen einzelnen Messungen und zwischen verschiedenen Pferden deutlich unterscheiden. Das bedeutet: Ergebnisse müssen vorsichtig interpretiert werden und sollten möglichst unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt erhoben werden. Auch Faktoren wie Untergrund, gerade Linien oder gebogene Linien sowie die Bewegungsrichtung können die Messwerte beeinflussen.
Eine weitere Methode ist die Infrarot-Thermografie. Sie ermöglicht es, Temperaturunterschiede im Körper sichtbar zu machen, ohne das Pferd zu belasten. So können Hinweise auf ungleichmäßige Belastung oder mögliche Probleme erkannt werden.
Auch die Messung des Satteldrucks liefert wichtige Informationen. Sie zeigt, wie sich der Druck zwischen Pferd und Reiter verteilt und wie sich diese Verteilung bei Bewegung verändert.
Insgesamt bieten diese Verfahren gute Möglichkeiten, Bewegung, Belastung und Koordination objektiv zu untersuchen. Sie sind bereits etabliert und wissenschaftlich geprüft und bilden damit eine wichtige Grundlage, um systemische Zusammenhänge – wie sie im PSF-Modell beschrieben werden – in Zukunft genauer zu untersuchen.
Überprüfung der statischen und dynamischen PSF-Marker
Bewegung des Beckens
Fragestellung 1: Gibt es messbare Unterschiede in der Bewegung der Hüfthöcker zwischen PSFminus und PSFplus?
Ausgehend von den angenommenen Unterschieden in der Funktion des Lumbosakralgelenks wird erwartet, dass sich die Bewegungsmuster des Beckens unterscheiden.
- Bei PSFplus zeigt das Becken vor allem eine gleichmäßige Auf- und Abbewegung. Die beiden Hüfthöcker bewegen sich dabei kaum gegeneinander nach vorne und hinten. Das spricht für eine gut koordinierte Bewegung entlang der gesamten Wirbelsäule.
- Bei PSFminus wird dagegen erwartet, dass sich die Hüfthöcker stärker gegeneinander nach vorne und hinten verschieben. Das kann auf ein geöffnetes Lumbosakralgelenk zurückgeführt werden und deutet darauf hin, dass die funktionelle Bewegung beeinträchtigt ist.
Diese Unterschiede könnten mit Bewegungserfassungssystemen oder Inertialsensoren gemessen werden. Auch Marker im Bereich der letzten Lendenwirbel und des Kreuzbeins könnten helfen, die Beweglichkeit in diesem Abschnitt genauer zu erfassen.
Bodenreaktionskräfte (GRF)
Fragestellung 2: Gibt es Unterschiede in den Kraftverläufen insbesondere während der Stützbeinphase im Trab zwischen PSFminus und PSFplus?
- Die Kräfte, die beim Auffußen entstehen, verlaufen bei PSFplus voraussichtlich gleichmäßiger. Unter gleichbleibenden Bedingungen wird im Trab ein klarer Kraftgipfel etwa in der Mitte der Stützphase erwartet.
- Bei PSFminus kann der Kraftverlauf flacher sein, zwei Spitzen aufweisen oder zeitlich verschoben sein. Auch horizontale Bewegungen während der Stützphase dürften bei PSFminus stärker ausgeprägt sein als bei PSFplus.
Solche Unterschiede lassen sich mit Kraftmessplatten in Kombination mit Bewegungsanalyse untersuchen.
Symmetrie der Gliedmaßen
Fragestellung 3: Gibt es Unterschiede in der Gleichmäßigkeit der Belastung zwischen linker und rechter Seite?
Bei PSFminus wird eine stärkere Ungleichheit zwischen den Gliedmaßen erwartet. Diese kann sich zeigen in:
- der Höhe der Belastung
- dem Zeitpunkt der maximalen Belastung
- der zeitlichen Verteilung während der Stützphase
Auch hier ermöglichen Kraftmessplatten in Kombination mit Bewegungsdaten eine genaue Auswertung.
Verhältnis von Stütz- und Schwebephase
Fragestellung 4: Unterscheidet sich das zeitliche Verhältnis von Stütz- zu Schwebephase zwischen PSFminus und PSFplus?
Mit Hilfe von Sensoren oder Kraftmessplatten lässt sich messen, wie lange ein Bein den Boden berührt und wie lange sich das Pferd in der Schwebephase befindet. Es wird angenommen, dass Pferde in PSFplus – bei vergleichbarer Geschwindigkeit – eine relativ längere Schwebephase zeigen als Pferde in PSFminus.
Infrarot-Thermografie (IRT)
Fragestellung 5: Lassen sich Unterschiede in der Temperaturverteilung erkennen, die auf unterschiedliche Belastungsmuster hinweisen?
Die Infrarot-Thermografie ist ein berührungsloses Verfahren, mit dem Temperaturunterschiede im Körper sichtbar gemacht werden können.
Im Rahmen des PSF-Modells wird angenommen, dass Pferde in PSFminus stärkere Temperaturunterschiede zeigen. Überlastete Bereiche können wärmer sein, während weniger genutzte Regionen kühler erscheinen.
Wenn sich die Bewegungsorganisation verbessert, könnten sich diese Muster im Verlauf angleichen. Damit könnte die Thermografie ein zusätzlicher Hinweis auf funktionelle Veränderungen im System sein.
Veränderungen über die Zeit (Longitudinale Betrachtung)
Fragestellung 6: Kann die Veränderlichkeit von Bewegungsparametern über mehrere Tage hinweg Hinweise auf eine ungünstige Bewegungsorganisation und ein späteres Lahmheitsrisiko geben?
Wir gehen davon aus, dass Pferde in PSFplus gleichmäßigere Bewegungsabläufe zeigen als Pferde in PSFminus. Das betrifft zum Beispiel Schrittlänge, Trittweite und zeitliche Abläufe innerhalb der Bewegung. Bei PSFminus könnten diese Werte von Tag zu Tag stärker schwanken. Diese Schwankungen selbst könnten damit ein messbarer Hinweis auf eine instabile Bewegungsorganisation sein.
Der besondere Wert solcher Untersuchungen liegt darin, langfristige Zusammenhänge zu erkennen: also ob bestimmte Bewegungsmuster mit der späteren Entwicklung von Lahmheiten in Verbindung stehen. Wenn sich diese Annahmen bestätigen, könnten solche Messungen helfen, Probleme früher zu erkennen und Trainingsansätze vorbeugend anzupassen.
Fazit
Das PSF-Modell beschreibt fortschreitende strukturelle und funktionelle Veränderungen beim Pferd als einen systemischen Prozess mit zwei möglichen Entwicklungsrichtungen: PSFminus und PSFplus. Im Zentrum steht dabei der Mechanismus der funktionellen Inversion – also eine Umkehr der normalen Kraftrichtungen und der Bewegungsorganisation im Körper.
Das Modell ersetzt keine bestehenden Diagnosen. Es hilft vielmehr, verschiedene klinische Befunde in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Durch die Beschreibung zentraler Einflussbereiche – insbesondere des Lumbosakralgelenks, der Hufe und des vom Pferd ausgehenden Zuges zum Gebiss – werden Körperbau, Bewegung und Trainingsansätze miteinander verbunden.
Wichtig ist: Das PSF-Modell lässt sich überprüfen. Die beschriebenen statischen und dynamischen Marker ermöglichen eine einfache erste Einschätzung. Ergänzend können biomechanische Messverfahren genutzt werden, um die Annahmen genauer zu untersuchen. Das Modell versteht sich daher nicht als fertige Theorie, sondern als überprüfbares Konzept.
Durch eine einheitliche Sprache und klar beschriebene Beobachtungskriterien kann das PSF-Modell die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen erleichtern und einen präventiven Ansatz in der Praxis unterstützen, der auf funktionellen Aufbau statt auf reine Problemvermeidung ausgerichtet ist. Wenn Tiermediziner:innen, Therapeut:innen, Hufbearbeiter:innen, Trainer:innen und Reiter:innen dieselben Begriffe im gleichen Sinn verwenden, wird die Zusammenarbeit einfacher. Befunde lassen sich besser einordnen, Entscheidungen werden nachvollziehbarer, und Maßnahmen greifen besser ineinander.
Das wichtigste Ziel dabei ist klar: Die Arbeit mit dem Pferd soll besser abgestimmt, verständlicher und wirksamer werden – zum direkten Nutzen des Pferdes. Indem PSF einen bekannten, aber bisher uneinheitlich beschriebenen Problembereich neu ordnet, eröffnet es neue Möglichkeiten im Umgang mit Bewegungs- und Gesundheitsproblemen. Das kann die Lebensqualität von Pferden und ihren Menschen verbessern und dazu beitragen, dass weniger dauerhaft behandelt werden muss.
Die vollständige, in englischer Sprache veröffentlichte Arbeit findet ihr unter folgendem Link:
https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2026.1767386/full
Es sollen alle Pferdebesitzer:innen Zugang haben, alle Praktiker:innen es lesen können – weil das Modell helfen kann, bekannte Probleme in einen größeren Zusammenhang zu stellen und Missverständnisse zwischen den Disziplinen zu reduzieren. Es geht vor allem um eine gemeinsame Sprache für strukturelle und funktionelle Entwicklungsprozesse und um Orientierung in einem Feld, das bislang von teils irreführenden Einzelbegriffen und isolierten Befunden geprägt ist.
Deshalb veröffentlichen wir “Open Access” – damit das Ganze nicht hinter einer Paywall verborgen bleibt. Diese Form der Veröffentlichung ist teuer, sie kostet 3150 Schweizer Franken, also knapp 3500€. Deshalb habe ich auf meiner Homepage im Shop eine Crowdfunding-Aktion gestartet, wo ihr euch in 10€-Schritten oder in 100€-Schritten an den Kosten für die Veröffentlichung beteiligen könnt. Die Anteile sind auf den Gesamtbetrag begrenzt - das Crowdfunding ist zweckgebunden.
Glossar
Aktiver horizontaler Zug zum Gebiss
Vom Pferd selbst initiierte, nach vorne gerichtete Zugspannung in horizontaler Ausrichtung zum Gebiss. Sie dient nicht der Formung oder Kontrolle, sondern stellt eine tensegrale Verbindungsstruktur dar, über die das Pferd seine Interaktion mit äußeren Kräften (Schwerkraft, Bodenreaktionskräfte) sowie mit dem Menschen organisiert.
Stellschrauben (Control Nodes)
Wesentliche, veränderbare Bereiche innerhalb des PSF-Bezugsrahmens sind:
das Lumbosakralgelenk und
die Hufform.
Diese Stellschrauben stellen systemische Komponenten dar, über die sich die Entwicklungsdynamik in Richtung PSFminus oder PSFplus verschieben lässt. Sie sind keine isolierten anatomischen Strukturen, sondern funktionelle Regulatoren der Bewegungsorganisation.
FIT – Funktionelles und Interaktives Training (Functional and Interactive Training)
Praktische Anwendung des PSF-Bezugsrahmens. Trainingsansatz, der es dem Pferd ermöglicht und nahelegt, eine aktive, selbstorganisierte horizontale Zugspannung zum Gebiss aufzubauen. Diese Zugspannung stellt den zentralen Wirkmechanismus von FIT dar und liefert dem Pferd eine stabile Richtungsreferenz, die den Übergang vom maladaptiven PSFminus-Zyklus in den adaptiven PSFplus-Zyklus unterstützt.
Durch diese spezifische Art der Anbindung an das Gebiss kann das Pferd Haltung und Bewegung über Selbstorganisation neu ordnen, anstatt über äußere Formung oder kompensatorische Muskelarbeit. FIT ist unabhängig von Reitstilen, klassischen Ausbildungssystemen oder disziplinspezifischen Übungen und kann daher reitweisenübergreifend angewendet werden.
Funktionelle Inversion (Functional Inversion)
Zentraler Mechanismus, der PSFminus antreibt. Beschreibt die systemische Umkehr physiologischer Funktionen und Kraftrichtungen: Strukturen, die stabilisieren sollten, wirken destabilisierend, und Bewegungen, die Gewebe entlasten sollten, erzeugen zusätzliche Belastung. Zugstabile Strukturen geraten unter Druck, druckstabile Strukturen unter Zug.
Funktionelle Reversion (Functional Reversion)
Bezeichnet den Übergang von PSFminus zu PSFplus und stellt das Gegenstück zur funktionellen Inversion dar.
Impulsstabilität (Impact Stability)
Fähigkeit des neuro-myofaszialen Systems, unter hoher Belastung für einen Moment der Kraftübertragung große strukturelle Stabilität zu erzeugen. Sie ermöglicht die effiziente und verschleißarme Aufnahme und Weiterleitung kurzer, intensiver Kraftimpulse, insbesondere der Bodenreaktionskräfte.
PSF – Progressiver Struktur- und Funktionswandel (Progressive Structural and Functional Change)
Systemischer Bezugsrahmen zur Beschreibung kurz-, mittel- oder langfristiger Veränderungen von Struktur und Funktion im Körper des Pferdes. PSF umfasst sowohl abbauende (PSFminus) als auch aufbauende (PSFplus) Entwicklungsverläufe.
Vorgeschlagene Übersetzungen zur internationalen Konsistenz:
Spanisch – Cambio Progresivo Estructural y Funcional
Französisch – Changement Structural et Fonctionnel Progressif
PSFminus – Progressiver Struktur- und Funktionsverlust (Progressive Structural and Functional Loss)
Selbstverstärkender degenerativer Prozess. Entsteht, wenn äußere Kräfte maladaptiv aufgenommen werden und kompensatorische Spannung, strukturelle Überlastung und reduzierte Bewegungsqualität nach sich ziehen.
Vorgeschlagene Übersetzungen zur internationalen Konsistenz:
Spanisch – Deterioro Progresivo Estructural y Funcional
Französisch – Déclin Structural et Fonctionnel Progressif
PSFplus – Progressiver Struktur- und Funktionsgewinn (Progressive Structural and Functional Gain)
Selbststabilisierender Prozess mit zunehmender struktureller Integrität, funktioneller Leistungsfähigkeit und koordinierter Bewegungsorganisation. Tritt auf, wenn äußere Kräfte effizient integriert werden und der Körper seine adaptive Selbstorganisation wiederherstellt.
Vorgeschlagene Übersetzungen zur internationalen Konsistenz:
Spanisch – Mejoría Progresiva Estructural y Funcional
Französisch – Gain Structural et Fonctionnel Progressif
Referenzen
1. Ehrle A, Lilge S, Clegg PD, Maddox TW. Equine flexor tendon imaging part 1: Recent developments in ultrasonography, with focus on the superficial digital flexor tendon. Vet J (2021) 278:105764. doi: 10.1016/j.tvjl.2021.105764
2. Landman MAAM, De Blaauw JA, Hofland LJ, Van Weeren PR. Field study of the prevalence of lameness in horses with back problems. Vet Rec (2004) 155:165–168. doi: 10.1136/vr.155.6.165
3. Haussler KK. “Chiropractic Evaluation and Management of Musculoskeletal Disorders.,” Diagnosis and Management of Lameness in the Horse. Elsevier (2003). p. 803–811 doi: 10.1016/B978-0-7216-8342-3.50101-7
4. Marshall-Gibson ME, Durham MG, Seabaugh KA, Moorman VJ, Ferris DJ. Survey of equine veterinarians regarding primary equine back pain in the United States. Front Vet Sci (2023) 10:1224605. doi: 10.3389/fvets.2023.1224605
5. Back W, Clayton HM eds. Equine locomotion. Second edition. Edinburgh [Scotland] ; New York: Saunders Elsevier. (2013). 502 p.
6. Clayton HM, Hobbs S-J. The role of biomechanical analysis of horse and rider in equitation science. Appl Anim Behav Sci (2017) 190: doi: 10.1016/j.applanim.2017.02.011
7. Levin SM. The Icosahedron as a Biological Support System. Proceedings of the 34th Annual Conference on Engineering in Medicine and Biology. Houston, Texas (1981)
8. Scarr G, Blyum L, Levin SM, De Solórzano SL. Moving beyond Vesalius: Why anatomy needs a mapping update. Med Hypotheses (2024) 183: doi: 10.1016/j.mehy.2023.111257
9. Scarr G, Blyum L, Levin SM, Lowell De Solórzano S. Biotensegrity is the super-stability hypothesis for biology. BioSystems (2025) 256: doi: 10.1016/j.biosystems.2025.105569
10. Kelso JAS. Dynamic patterns: the self-organization of brain and behavior. 3.print. Cambridge, Mass.: MIT Press. (1999). 334 p.
11. Volesky B. Das Topline Syndrom Warum die Rückenschwäche des Pferdes nur ein Symptom ist. Norderstedt: Books on Demand. (2020).
12. Department of Large Animal Clinical Sciences, Equine Performance and Rehabilitation Center, College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee, United States of America, Ursini T. Therapeutic Exercise Strategies for Topline Dysfunction in Horses. ASEAN J Psychiatry (2024)01–06. doi: 10.54615/2231-7805.8.01.001
13. McKenzie R. Treat your own back. Raumati Beach, N.Z.: Spinal Publications New Zealand. (1980). 100 p.
14. Travell JG, Simons DG. Myofascial Pain and Dysfunction: The Trigger Point Manual. Baltimore: Williams & Wilkins. (1983). 1312 p.
15. Jeffcott LB. Disorders of the thoracolumbar spine of the horse — a survey of 443 cases. Equine Vet J (1980) 12:4. doi: 10.1111/j.2042-3306.1980.tb03427.x
16. Richter T. Illusion Pferdeosteopathie: von ausgerenkten Wirbeln und anderen Märchen. Schondorf: Wu-Wei-Verl. (2011). 275 p.
17. Kattwinkel K. Raus aus der Trageschwäche: Der Schlüssel zur Tragkraft Deines Pferdes. Self-published. (2025). 192 p.
18. Drack M, Pouvreau D. On the history of Ludwig von Bertalanffy’s “General Systemology”, and on its relationship to cybernetics – part III: convergences and divergences. Int J Gen Syst (2015) 44:523–571. doi: 10.1080/03081079.2014.1000642
19. Eser K, Diehl M. Die Bedeutung des Lumbosakralgelenks für das Pferd im Allgemeinen und das Reitpferd im Speziellen. Z Für Ganzheitliche Tiermed (2017) 31:04. doi: 10.1055/s-0043-113876
20. Dyson S. Is there an association between conformation and lameness? UK-Vet Equine (2018) 2:2. doi: 10.12968/ukve.2018.2.2.57
21. Hobbs SJ, Bertram JEA, Clayton HM. An exploration of the influence of diagonal dissociation and moderate changes in speed on locomotor parameters in trotting horses. PeerJ (2016) 4:e2190. doi: 10.7717/peerj.2190
22. Dyson SJ, Tranquille CA, Collins SN, Parkin TDH, Murray RC. An investigation of the relationships between angles and shapes of the hoof capsule and the distal phalanx: Angles and shapes of hoof and distal phalanx. Equine Vet J (2011) 43:3. doi: 10.1111/j.2042-3306.2010.00162.x
23. Kalka K, Pollard D, Dyson SJ. An investigation of the shape of the hoof capsule in hindlimbs, its relationship with the orientation of the distal phalanx and comparison with forelimb hoof capsule conformation. Equine Vet Educ (2021) 33:8. doi: 10.1111/eve.13341
24. Antonioli ML, Canola PA, De Carvalho JRG, Fonseca MG, Ferraz GDC. Immediate Effect of Hoof Trimming on Hoof and Thoracic Joint Angles in Mangalarga Mares. Animals (2023) 13:15. doi: 10.3390/ani13152490
25. Mata F, Franca I, Araújo J, Paixão G, Lesniak K, Cerqueira JL. Investigating Associations between Horse Hoof Conformation and Presence of Lameness. Animals (2024) 14:18. doi: 10.3390/ani14182697
26. Pezzanite L, Bass L, Kawcak C, Goodrich L, Moorman V. The relationship between sagittal hoof conformation and hindlimb lameness in the horse. Equine Vet J (2019) 51:4. doi: 10.1111/evj.13050
27. Elbrønd VS, Schultz RM. Deep Myofascial Kinetic Lines in Horses, Comparative Dissection Studies Derived from Humans. Open J Vet Med (2021) 11:01. doi: 10.4236/ojvm.2021.111002
28. Bürger U, Zietzschmann O. Der Reiter formt das Pferd: Tätigkeit und Entwicklung der Muskeln des Reitpferdes. FNverlag. (2016). 120 p.
29. Todros S, Biz C, Ruggieri P, Pavan PG. Experimental Analysis of Plantar Fascia Mechanical Properties in Subjects with Foot Pathologies. Appl Sci (2021) 11:4. doi: 10.3390/app11041517
30. Bonaldi L, Berardo A, Pirri C, Stecco C, Carniel EL, Fontanella CG. Mechanical Characterization of Human Fascia Lata: Uniaxial Tensile Tests from Fresh-Frozen Cadaver Samples and Constitutive Modelling. Bioengineering (2023) 10:2. doi: 10.3390/bioengineering10020226
31. Creze M, Lagache A, Duparc F, Broqué M, Persohn S, Slama C, Vergari C, Rohan P-Y. Ex vivo mechanical properties of human thoracolumbar fascia and erector spinae aponeurosis under traction loading and shear wave elastography. J Mech Behav Biomed Mater (2025) 168: doi: 10.1016/j.jmbbm.2025.107028
32. Hakkak F, Jabalameli M, Rostami M, Parnianpour M. The Tibiofemoral Joint Gaps -An Arthroscopic Study. SDRP J Biomed Eng (2017) 1:1. doi: 10.25177/JBE.1.1.1
33. Wedlich-Söldner R, Betz T. Self-organization: the fundament of cell biology. Philos Trans R Soc B Biol Sci (2018) 373: doi: 10.1098/rstb.2017.0103
34. Newman SA. ‘Biogeneric’ developmental processes: drivers of major transitions in animal evolution. Philos Trans R Soc B Biol Sci (2016) 371:1701. doi: 10.1098/rstb.2015.0443
35. Armstrong C. The architecture and spatial organization of the living human body as revealed by intratissular endoscopy – An osteopathic perspective. J Bodyw Mov Ther (2020) 24:1. doi: 10.1016/j.jbmt.2019.11.005
36. Guimberteau JC, Sawaya ET, Armstrong C. New Perspectives on the Organization of Living Tissue and the Ongoing Connective Tissue/Fascia Nomenclature Debate, as Revealed by Intra-Tissue Endoscopy That Provides Real-Time Images During Surgical Procedures. Life (2025) 15:5. doi: 10.3390/life15050791
37. Levin SM, Lowell De Solórzano S. Bouncing bones—ancient wisdom meets modern science in a new take on locomotion. Front Physiol (2024) 15: doi: 10.3389/fphys.2024.1432410
38. Mota-Rojas D, Whittaker AL, Lanzoni L, Bienboire-Frosini C, Domínguez-Oliva A, Chay-Canul A, Fischer V, Hernández-Avalos I, Bragaglio A, Nannoni E, et al. Clinical interpretation of body language and behavioral modifications to recognize pain in domestic mammals. Front Vet Sci (2025) 12:1679966. doi: 10.3389/fvets.2025.1679966
39. Hernández-Avalos I, Mota-Rojas D, Mendoza-Flores JE, Casas-Alvarado A, Flores-Padilla K, Miranda-Cortes AE, Torres-Bernal F, Gómez-Prado J, Mora-Medina P. Nociceptive pain and anxiety in equines: Physiological and behavioral alterations. Vet World (2021)2984–2995. doi: 10.14202/vetworld.2021.2984-2995
40. Zimmermann B, Castro ANC, Lendez PA, Carrica Illia M, Carrica Illia MP, Teyseyre AR, Toloza JM, Ghezzi MD, Mota-Rojas D. Anatomical and functional basis of facial expressions and their relationship with emotions in horses. Res Vet Sci (2024) 180:105418. doi: 10.1016/j.rvsc.2024.105418
41. Dalla Costa E, Minero M, Lebelt D, Stucke D, Canali E, Leach MC. Development of the Horse Grimace Scale (HGS) as a Pain Assessment Tool in Horses Undergoing Routine Castration. PLoS ONE (2014) 9:e92281. doi: 10.1371/journal.pone.0092281
42. Dyson S. The Ridden Horse Pain Ethogram. Equine Vet Educ (2022) 34:372–380. doi: 10.1111/eve.13468
43. Fruehwirth B, Peham C, Scheidl M, Schobesberger H. Evaluation of pressure distribution under an English saddle at walk, trot and canter. Equine Vet J (2004) 36:754–757. doi: 10.2746/0425164044848235
44. Greve L, Dyson SJ. An investigation of the relationship between hindlimb lameness and saddle slip. Equine Vet J (2013) 45:570–577. doi: 10.1111/evj.12029
45. Martin P, Chateau H, Pourcelot P, Duray L, Chèze L. Effects of a prototype saddle (short panels) on the biomechanics of the equine back: preliminary results. Comput Methods Biomech Biomed Engin (2015) 18:1990–1991. doi: 10.1080/10255842.2015.1069591
46. Werner D, Nyikos S, Kalpen A, Geuder M, Haas C, Vontobel H-D, Auer JA, Von Rechenberg B. Pressure measurements under the saddle: a study using an electronic saddle mat system (Novel GmbH): Pferdeheilkunde Equine Med (2002) 18:125–140. doi: 10.21836/PEM20020201
47. Roost L, Ellis AD, Morris C, Bondi A, Gandy EA, Harris P, Dyson S. The effects of rider size and saddle fit for horse and rider on forces and pressure distribution under saddles: A pilot study. Equine Vet Educ (2020) 32:151–161. doi: 10.1111/eve.13102
48. Woods CT, McKeown I, Rothwell M, Araújo D, Robertson S, Davids K. Sport Practitioners as Sport Ecology Designers: How Ecological Dynamics Has Progressively Changed Perceptions of Skill “Acquisition” in the Sporting Habitat. Front Psychol (2020) 11: doi: 10.3389/fpsyg.2020.00654
49. Jönsson L, Näsholm A, Roepstorff L, Egenvall A, Dalin G, Philipsson J. Conformation traits and their genetic and phenotypic associations with health status in young Swedish warmblood riding horses. Livest Sci (2014) 163: doi: 10.1016/j.livsci.2014.02.010
50. Suprun I, Turchenko V. Sports achievements and morphometric characteristics of Oldenburg horse lines. Anim Sci Food Technol (2024) 15:3. doi: 10.31548/animal.3.2024.87
51. Jönsson L, Egenvall A, Roepstorff L, Näsholm A, Dalin G, Philipsson J. Associations of health status and conformation with longevity and lifetime competition performance in young Swedish Warmblood riding horses: 8,238 cases (1983–2005). J Am Vet Med Assoc (2014) 244: doi: 10.2460/javma.244.12.1449
52. Clayton HM. Equine back pain reviewed from a motor control perspective. Comp Exerc Physiol (2012) 8:3. doi: 10.3920/CEP12023
53. Sullivan HM, Acutt EV, Barrett MF, Salman MD, Ellis KL, King MR. Influence of Chronic Lameness on Thoracolumbar Musculus Multifidus Structure in the Horse. J Equine Vet Sci (2022) 117: doi: 10.1016/j.jevs.2022.104053
54. Dyson SJ, Tranquille CA, Collins SN, Parkin TDH, Murray RC. External characteristics of the lateral aspect of the hoof differ between non-lame and lame horses. Vet J (2011) 190:3. doi: 10.1016/j.tvjl.2010.11.015
55. Holroyd K, Dixon JJ, Mair T, Bolas N, Bolt DM, David F, Weller R. Variation in foot conformation in lame horses with different foot lesions. Vet J (2013) 195:3. doi: 10.1016/j.tvjl.2012.07.012
56. Osborn ML, Cornille JL, Blas‐Machado U, Uhl EW. The equine navicular apparatus as a premier enthesis organ: Functional implications. Vet Surg (2021) 50:4. doi: 10.1111/vsu.13620
57. Egenvall A, Byström A, Lindsten A, Clayton HM. A Scoping Review of Equine Biomechanics Revisited. J Equine Vet Sci (2022) 113: doi: 10.1016/j.jevs.2022.103920
58. Serra Bragança FM, Rhodin M, Van Weeren PR. On the brink of daily clinical application of objective gait analysis: What evidence do we have so far from studies using an induced lameness model? Vet J (2018) 234:11–23. doi: 10.1016/j.tvjl.2018.01.006
59. Egan S, Brama P, McGrath D. Research trends in equine movement analysis, future opportunities and potential barriers in the digital age: A scoping review from 1978 to 2018. Equine Vet J (2019) 51:813–824. doi: 10.1111/evj.13076
60. Crecan CM, Peștean CP. Inertial Sensor Technologies—Their Role in Equine Gait Analysis, a Review. Sensors (2023) 23:6301. doi: 10.3390/s23146301
61. Macaire C, Hanne-Poujade S, De Azevedo E, Denoix J-M, Coudry V, Jacquet S, Bertoni L, Tallaj A, Audigié F, Hatrisse C, et al. Investigation of Thresholds for Asymmetry Indices to Represent the Visual Assessment of Single Limb Lameness by Expert Veterinarians on Horses Trotting in a Straight Line. Animals (2022) 12:3498. doi: 10.3390/ani12243498
62. Pfau T, Bolt DM, Fiske-Jackson A, Gerdes C, Hoenecke K, Lynch L, Perrier M, Smith RKW. Linear Discriminant Analysis for Investigating Differences in Upper Body Movement Symmetry in Horses before/after Diagnostic Analgesia in Relation to Expert Judgement. Animals (2022) 12:762. doi: 10.3390/ani12060762
63. Roepstorff C, Dittmann MT, Arpagaus S, Serra Bragança FM, Hardeman A, Persson-Sjödin E, Roepstorff L, Gmel AI, Weishaupt MA. Reliable and clinically applicable gait event classification using upper body motion in walking and trotting horses. J Biomech (2021) 114:110146. doi: 10.1016/j.jbiomech.2020.110146
64. Hardeman AM, Byström A, Roepstorff L, Swagemakers JH, Van Weeren PR, Serra Bragança FM. Range of motion and between-measurement variation of spinal kinematics in sound horses at trot on the straight line and on the lunge. PLOS ONE (2020) 15:e0222822. doi: 10.1371/journal.pone.0222822
65. Byström A, Hardeman AM, Serra Bragança FM, Roepstorff L, Swagemakers JH, Van Weeren PR, Egenvall A. Differences in equine spinal kinematics between straight line and circle in trot. Sci Rep (2021) 11:1. doi: 10.1038/s41598-021-92272-2
66. Egenvall A, Engström H, Byström A. Back motion in unridden horses in walk, trot and canter on a circle. Vet Res Commun (2023) 47:1831–1843. doi: 10.1007/s11259-023-10132-y
67. Mota-Rojas D, Martínez-Burnes J, Casas-Alvarado A, Gómez-Prado J, Hernández-Ávalos I, Domínguez-Oliva A, Lezama-García K, Jacome-Romero J, Rodríguez-González D, Pereira AMF. Clinical usefulness of infrared thermography to detect sick animals: frequent and current cases. CABI Rev (2022)cabireviews202217040. doi: 10.1079/cabireviews202217040
68. Greve L, Dyson S. The horse–saddle–rider interaction. Vet J (2013) 195:3. doi: 10.1016/j.tvjl.2012.10.020
69. Diehl M. Der Konsens. Pferde Sind Nicht Probl - Reitweisenfreie Zone (2021) https://www.die-pferde-sind-nicht-das-problem.de/der-konsens
70. Erklärvideos LSG (The Key Role of the Lumbosacral Joint). (2021). https://www.die-pferde-sind-nicht-das-problem.de/shop/Erklarvideos-LSG-c120109503
71. Die Hebel im Pferd - Teil I - Die Hinterhand. (2021). https://www.youtube.com/watch?v=9qzJKUERNTw
72. Die Hebel im Pferd - Teil II - Die Quadratur des Kreises. (2021). https://www.youtube.com/watch?v=PMtwNkEEvvA
73. Die Hebel im Pferd - Teil III - Angewandte Hebel. (2021). https://www.youtube.com/watch?v=evC3xGaPpgw
74. Die Hebel im Pferd - Teil IV - Die LSG-These. (2021). https://www.youtube.com/watch?v=HSpNgrnq0Mw
75. Die Hebel im Pferd - Teil V - Die Vorhand. (2021). https://www.youtube.com/watch?v=Y0H6DbxQ_tM
76. Diehl M. Knäckebrot fürs Hirn. Pferde Sind Nicht Probl Reitweisenfreie Zone (2025) https://www.die-pferde-sind-nicht-das-problem.de/knaeckebrot-fuer-s-hirn
77. Diehl M. Hardtack for your brain. Pferde Sind Nicht Probl Reitweisenfreie Zone (2025) https://www.die-pferde-sind-nicht-das-problem.de/hardtack-for-your-brain

